Als Suchmaschinen entstanden, wurden Suchergebnisse hauptsächlich anhand der auf Webseiten vorkommenden Wörter erstellt. Im Laufe der Jahre hat sich durch kontinuierliche Weiterentwicklungen die Art der Ranking-Methoden grundlegend verändert. Natürlich spielen die auf der Seite vorkommenden Wörter auch heute noch eine Rolle, aber viel mehr Gewicht wird auf die Erkennung des Themas und des Zwecks der Seite gelegt. Nach der Ermittlung der Ziele können Suchmaschinen viel genauere und bessere Ergebnisse liefern. Suchmaschinen haben jedoch noch eine viel wichtigere Aufgabe, bevor sie die Ergebnisse sortieren, nämlich das Auffinden der Seiten selbst. Dieser Prozess besteht aus zwei Teilen:
- Crawling: Die Suchmaschine navigiert auf der Seite
- Indexing: Die Seite wird im Index der Suchmaschine platziert
Heutzutage werden diese Prozesse von den größten Suchmaschinen (Google, Bing) automatisch für uns durchgeführt. Allerdings unterscheiden sich Crawling und Indexierung bei einzelnen Seiten in ihrer Tiefe. Dies hängt von mehreren Faktoren ab, darunter auch von der Website selbst, aber auch von Merkmalen außerhalb der Website. Suchmaschinen versehen die eingelesenen Seiten mit verschiedenen Signalen, z. B. Kategorie-, geografischen oder demografischen Signalen usw. Diese Signale spielen eine wichtige Rolle bei der Rangfolge, aber meist auch bei der Beurteilung der Qualität der Seite. Wir unterscheiden zwischen Signalen auf Website-Ebene (site-level signals), Signalen auf Seitenebene (page level signals) und Signalen außerhalb der Website (off-site signals). Einige Beispiele für Signale:
Signale auf Website-Ebene
- Zuverlässigkeit/Kompetenz
- Anteil interner Links
- Sprache
- Vergangenheit der Domain
- Inhalt
Signale auf Seitenebene
- Meta-Tags
- Sprache
- Zuverlässigkeit externer Links
- Formatierung
Signale außerhalb der Website
- Auf die Seite verweisende Links
- Zuverlässigkeit der Empfehlenden
- Social Signals
- Spam-Signals
Neben diesen Signalen können noch viele andere Faktoren bei der Ranking-Bewertung von Websites eine Rolle spielen. Die Algorithmen der Suchmaschinen können sogenannte verstärkende und schwächende Mechanismen ausführen. Google beispielsweise verstärkt bei der Suche über mobile Geräte die Platzierung von Websites, die auf diesen Geräten schneller geladen werden. Schwächungen treten auf, wenn Websites unethische Suchmaschinenoptimierungen durchführen, die von Suchmaschinen ausdrücklich abgelehnt werden. Ein Beispiel für eine Schwächung ist die unbegründete, massenhafte Platzierung und Wiederholung von Schlüsselwörtern, die Google mit einer niedrigeren Platzierung bestraft. In den letzten Jahren haben Suchmaschinen auch großen Wert auf die Personalisierung der Suchergebnisse gelegt.
Diese Änderungen im Ranking erfolgen in der Regel entlang von fünf Dimensionen:
- Verhalten: Wenn der Suchende angemeldet ist, können Suchmaschinen auch den Suchverlauf und die besuchten Seiten berücksichtigen.
- Community: Das Verhalten der Besucher:innen, die Präsenz in sozialen Netzwerken.
- Geografie: Die Rangfolge kann auch davon abhängen, wo sich der Suchende befindet.
- Demografie: Ähnlich wie die soziale Dimension, jedoch werden die Besucher:innen hier in verschiedene Kategorien eingeteilt.
- Zeitliche Faktoren: Wenn an einem bestimmten Tag, in einer bestimmten Woche, einem bestimmten Monat oder einem bestimmten Jahr ein besonders großes Interesse an einer bestimmten Seite besteht, fließt dieser Trend natürlich auch in einen der Algorithmen ein.
Diese wenigen grundlegenden Faktoren, Merkmale und Dimensionen, die das Ranking der Suchergebnisse beeinflussen können, zeigen, dass die Suchmaschinenoptimierung keine Modeerscheinung der 2000er Jahre ist, sondern ein immer komplexer und unverzichtbarer, aber lohnender Prozess.